Uwe Steimle

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Das Phänomen Steimle
Gebe es nicht schon ein gleichnamiges respektables Musiker-Duo – man sollte dieses Programm ICH + ICH nennen. Nicht, weil U.S. etwa eitler wäre, als alle anderen Wesen, die es (lampen-) fieberhaft auf die Bühne treibt, nein, weil er hier ganz bei sich ist. Bei seinen wundervollen, klassischen Texten, bei großartigem Spiel und  bei seinen oft umwerfenden Einlassungen, mit all dem, was ihm  jüngst widerfahren  ist, was er  erfahren und gehört hat.
Abertausende Zuschauer haben Uwe in verschiedenen Programmen von ganz unterschiedlichem Temperament erlebt.

Diesmal besticht seine unprätentiöse Darbietung auf besondere Weise.  Bewusst wählte er für die Aufzeichnung dieses Programms den einmaligen Leipziger  „academixer”-Keller, der von Dieter Hildebrandt schon 1985 als schönster Kleinkunstkeller Deutschlands geadelt wurde. Hier hatte er nachgerade ein Heimspiel, was an den Zuschauerreaktionen unschwer zu erkennen ist. Uwe Steimle sagt unaufgeregt das, was (fast) alle auch so denken.  Nur, WIE er es sagt, das macht  eben U.S. aus.  Wie er mit originellen Wortschöpfungen überrascht, entlarvende Worthülsen von Politikern kommentiert, immer  genau zuhört. (Köstlich, der Versprecher des Jahres: Wir werden regiert von Schwarz-Geld!) Wenige analysieren die Segnungen der neuen Zeit so bitter und unterhaltsam-heiter zugleich.
Da verfranzt er sich auch schon mal in die Nähe konspirativer Theorien oder aber er lässt sein Publikum über manchen sibyllinischen Satz grübeln, sodass  man sich fragt: „Ist das jetzt die Rolle des Günther Zieschong oder die Meinung von Uwe Steimle ...” Ja, das alles kann man erleben, an einem Abend mit Uwe Steimle.
Gustav Großzössen

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