Chapeau Claque

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Auf die Platte, fertig…

In hell leuchtendem Purpur-Pink strahlt die Sängerin Maria Antonia P. Schmidt (27) mit charmant entschlossenem Blick aus dem Cover ihres farbigfrischen Albums `Eins Zwei Dinge`. Dezent umreißen Punkte und Zahlen wie ein Sternbild das Konterfei der Künstlerin und scheinen den Kurs dieser neuen Reise in die Welt der bandeigenen ‘Elektro-Chanson-Pop-Romantik’ vorzuzeichnen. Mit ihrer vierten Liedersammlung bricht die Frontfrau beherzt zu neuen Gefilden kreativer Freiheit auf.
Seit dem dritten Album Hab & Hut (2011) bläst Chapeau Claque ein Wind des Wandels in den Rücken. Nachdem die ersten drei Alben der Kooperation mit UNA Music/Erfurt entsprangen, wurde nun unter dem eigenen Label chapeau3000 Fahrt aufgenommen.
Mithilfe einer umfangreichen Crowdfunding-Aktion konnte eine großzügige Finanzierung durch die Fans erobert werden, so dass Maria und ihre Männer eigenständig im Selfmade-Modus das Steuer übernahmen. Aus Freude über den Erfolg bedankte sich die tanzfreudige Songschreiberin bei ihren zahlreichen UnterstützerInnen mit dem Video einer am Berliner Hauptbahnhof gedrehten, sportlichen Dancing like nobody is watching-Performance, die weiterhin im Netz bestaunt werden kann.
Mit dem Bassisten Thomas Stieger stieg vor gut einem Jahr ein weiteres Gesicht ins Boot, das nun mit Peer Kleinschmidt (Keys/Piano), Moritz Simbretzki (Gitarre) und Jörg Wähner (Drums) vier Mann stark ist. Neben dieser bereits bewährten Besetzung werden die poppig romantischen Chansons auf `Eins Zwei Dinge` vor allem durch Streichinstrumente zu musikalischen Schätzen, die den gewohnten elektronischen Klängen ein markantes filmisches Flair verleihen. Diese Atmosphäre eines energiegeladenen Soundtracks entstand zweifellos durch die intensive berufliche Leidenschaft des Pianisten und Filmkomponisten Peer, der für das Arrangement der Lieder verantwortlich ist. Mit seinen Sound erreichen die Texte von Maria eine neue turbulente Tiefgründigkeit. Erstmalig strömt ausschließlich die deutsche Sprache durch alle Songs, trägt über wogende Wellen der emotionalen Wünsche und der wirbelnden Wortgebilde, ohne dass dabei der Elektropop verloren geht, der den Takt wippen lässt und zum Tanzen animiert. Die vertrauten wortgewandten Textzeilen treiben auf eigenartige Weise ein Kopfkino an und lassen über die einzelnen Stücke hinweg ein frei zusammenhängendes Abenteuer des Alltags erahnen, in welchem das singende ‘Ich’ die Hauptrolle verkörpert.

Dieses Schallspiel wird mit einer Huldigung an den Moment eröffnet (Alles ist Alles). Gewohnheiten sollen abgestreift, der Tellerrand überwunden werden, `denn Alles was wir haben ist JETZT`. Es geht um den Auf- und Ausbruch aus den eigenen vier Wänden (Eins Zwei Dinge); um den Abschied von einer antriebslosen, verstummten Liebe (Die Schwelle); von einem ‘Du’, das roboterhaft verkabelt und kalt nur in eine Richtung läuft (Schritt für Schritt), ein Liebster, der panisch und gehetzt vor seiner Beifahrerin flüchtet (Auf deiner Rückbank). Die erstarrte Zuneigung und das leblose Leben werden dem wild wuchernden Verfall überlassen (Zurück). Weise und wehmütig wissen die Worte aus der ersten Singleauskopplung des Albums (Zeit zu gehen), dass jedes Loslassen auch ein Neuland bedeutet: `Wenn es am schönsten ist, sagt man sich, soll man gehen`.

In vielen Versen springt einem dabei der Wunsch nach mehr Bewegung in die Ohren, nach einem utopischen Schwung, der wieder mehr Freundschaft und Freunde, Gefühl und Gesang bringt; ein Drang in alle Richtungen, welcher die Zärtlichkeit in pulsierende Rotation versetzt (Zusammen im Kreis) und schöne Momente beschert.
Dieses rastlose Lieben und Leiden, das ist die simple, bittersüße wie lebensfrohe Dramaturgie welche den Kosmos Chapeau Claque kennzeichnet. Es ist eine stete Sehnsucht nach frischer Leidenschaft, in welcher die richtigen Gangarten und Worte wieder eine unerträgliche Leichtigkeit und erträgliche Schwere im Hier und Jetzt ermöglichen.
Dieses Glück für ein oder zwei Liebende führt letztlich zu einem bunten Happy End, in welchem sich die herzliche Zweisamkeit in einem weltumarmenden Gemeinschaftsgefühl auflöst und das Du, Ich und Wir in 1000 Teile zerspringen.
Was am Ende einer chaotischen Odyssee der Gefühle genau die `Eins Zwei Dinge` sind, auf die es ankommt, das verrät der gleichnamige Song: Es sind schlicht die wesentlichen und wichtigen `eins, zwei Dinge, die man im Leben braucht` - und damit ist auch schon alles gesagt.
Leben und Liebe müssen am Laufen gehalten werden und diese eins, zehn Songs sind ein stimulierender Soundtrack für alle emotionalen Ausflüge - auf den ungezählten Weltmeeren wie durch die Wildnis des alltäglichen Nahverkehrs!

…Los!

Im September ist die Band im Rahmen der TV Noir Konzerte #9 mit den Dänen von Kashmir (Duo) in rein akustischen Trio-Formation mit Gesang, Flügel und Cello unterwegs. (Martin Schlesinger)

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